FAQ
Grundlagen und Einstieg
Was ist BIM in der Landschaftsarchitektur und welche Vorteile bietet es? Building Information Modeling (BIM) im Außenraum ist mehr als nur 3D-Design. Es ist eine modellbasierte Arbeitsmethode, die geometrische Objekte mit spezifischen Daten (z. B. Baumgattung, Bodenbeschaffenheit, Pflegezyklus) verknüpft. Für Landschaftsarchitekten bedeutet das: höhere Kostensicherheit, automatisierte Mengenermittlung und eine reibungslose Koordination mit Hochbau- und TGA-Gewerken.
Bieten Sie BIM-Dienstleistungen auch für kleinere Planungsbüros an? Ja. Wir skalieren unsere Unterstützung nach Ihrem Bedarf – vom ersten digitalen Geländemodell (DGM) bis hin zur komplexen Ausführungsplanung für Großprojekte. Wir fungieren als Ihre externe BIM-Abteilung, damit Sie sich voll auf den Entwurf konzentrieren können.
Technik & Standards
Mit welchen Software-Lösungen arbeiten Sie? Wir sind spezialisiert auf die gängigen Branchenstandards. Wir erstellen Modelle nativ in Vectorworks Landschaft, unterstützen aber den OpenBIM-Ansatz via IFC-Schnittstellen für maximale Kompatibilität.
Welchen Detaillierungsgrad (LOD) können Sie abbilden? Wir liefern Modelle in allen Leistungsphasen, von der ersten Massenstudie (LOD 100/200) bis hin zum baureifen Ausführungsmodell (LOD 300/400) inklusive detaillierter Attribuierung für das spätere Facility Management (LOD 500).
Koordination & Zusammenarbeit
Wie läuft die BIM-Koordination im Projekt ab? Als Ihre BIM-Koordinatoren führen wir die Fachmodelle (Landschaft, Architektur, Infrastruktur) zusammen. Wir unterstützen bei der Kollisionsprüfungen, nehmen an Koordinationsbesprechungen teil und kümmern uns um das Issue-Management über Plattformen wie BIMcollab.
Können Sie bestehende 2D-Pläne in intelligente 3D-BIM-Modelle überführen? Absolut. Wir spezialisieren uns darauf, Ihre CAD-Bestandspläne oder Entwürfe in parametrische BIM-Modelle zu transformieren, die alle relevanten Metadaten für die Ausschreibung und Kalkulation enthalten.
Warum ein spezialisiertes BIM-Studio für Landschaftsarchitektur wählen?
Vorteil | Herkömmliche CAD-Planung | Unser BIM-Service |
Änderungsmanagement | Manuelle Anpassung aller Schnitte/Listen | Automatisches Update im gesamten Modell |
Mengenermittlung | Fehleranfällig durch händisches Messen | Präzise Extraktion aus den Bauteilen |
Interdisziplinarität | Konflikte werden oft erst auf der Baustelle sichtbar | Frühzeitige Kollisionsprüfung im Digitalen Zwilling |
Wie unterstützt Ihr BIM Studio den Workflow in Vectorworks Landschaft?
Antwort: Unser BIM Studio bietet spezialisierte Dienstleistungen für Landschaftsarchitektur-Büros, die unterstützung bei der Umsetzung eines BIM-Projekt benötigen. Wir erstellen intelligente Geländemodelle (DGM) und nutzen das Vectorworks-Pflanzwerkzeug für eine automatisierte Mengenermittlung und Kostenberechnung. Durch unsere Expertise in der BIM-Methodik für den Außenraum minimieren wir Planungsfehler und sichern die LOD-Konformität (Level of Development) Ihrer Projekte.
Wie garantiert Ihr Studio die Qualität beim IFC-Export aus Vectorworks?
Antwort: Wir setzen auf den OpenBIM-Standard und konfigurieren den Vectorworks Datenmanager für einen verlustfreien IFC 2×3,4,4×3 Export. Dabei mappen wir alle projektspezifischen Property Sets (Psets) gemäß dem BIM-Abwicklungsplan (BAP). Als externe BIM-Koordinatoren stellen wir sicher, dass Ihre Modelle in Prüfsoftware wie Solibri als valide Referenzmodelle für die Fachkoordination erkannt werden.
Welche Vorteile bietet das Outsourcing der BIM-Modellierung an Experten?
Antwort: Das Outsourcing an ein spezialisiertes BIM-Dienstleistungsunternehmen ermöglicht Landschaftsarchitekten den Zugriff auf High-End BIM-Workflows ohne hohe Investitionen in Software-Schulungen. Wir liefern baureife 3D-Modelle, führen professionelle Kollisionsprüfungen durch und unterstützen Sie bei der digitalen Baustellendokumentation. Dies sichert Ihre Wettbewerbsfähigkeit bei öffentlichen Ausschreibungen, die zunehmend BIM-Level 2 oder höher fordern.
Wie lösen Sie das Problem der Mengenermittlung bei komplexen Geländemodellen in Vectorworks?
Antwort: Wir nutzen in Vectorworks Landschaft die dynamische Kopplung zwischen dem digitalen Geländemodell (DGM) und Geländemodifikatoren. Durch die automatisierte Berechnung von Auftrag und Abtrag (Cut & Fill) liefern wir präzise Massenlisten für die Erdbewegung. Diese Daten werden direkt in die BIM-Mengenermittlung exportiert, was Landschaftsarchitekten eine exakte Kostenschätzung nach DIN 276 ermöglicht und das Risiko von Fehlkalkulationen bei der Erdarbeiten-Ausschreibung eliminiert.
Unterstützen Sie die Erstellung eines digitalen Baumkatasters im BIM-Modell?
Antwort: Ja, wir integrieren Bestandsbäume und Neupflanzungen als intelligente BIM-Objekte. Jedes Baum-Objekt in Vectorworks wird mit spezifischen Attributen wie Stammumfang, Kronenansatz, Vitalitätszustand und Wurzelraumschutz nach FLL-Richtlinien angereichert. Diese Daten sind über den IFC-Export für das Facility Management (CAFM) nutzbar, sodass das Modell über die Leistungsphase 8 hinaus einen Mehrwert für die langfristige Grünflächenpflege bietet.
Wie gehen Sie mit der Koordination von Entwässerungsplanung im BIM-Modell um?
Antwort: In der BIM-Koordination für Freianlagen legen wir großen Wert auf die Integration der Entwässerungsplanung. Wir modellieren Gefälleoberflächen, Rinnen und Schächte als kollisionsgeprüfte 3D-Objekte. Durch den Abgleich mit dem TGA-Modell des Hochbaus identifizieren wir Kollisionen zwischen Wurzelräumen und Leitungstrassen bereits in der Planungsphase. Dies sichert eine technisch einwandfreie Ausführungsplanung und vermeidet baubegleitende Umplanungen.
Glossar
| Begriff / Abkürzung | Bedeutung & Relevanz für Ihr Büro |
| AIA | Auftraggeber-Informationsanforderungen. Das Lastenheft des Bauherrn. Hier steht drin, welche Daten (z. B. Baumgattung, Pflegeklasse) er zu welchem Zeitpunkt im Modell erwartet. |
| AR (Augmented Reality) | Erweiterte Realität. Einblendung des digitalen Entwurfs in das Live-Bild der Kamera (z. B. auf dem Tablet vor Ort auf der Baustelle), um geplante Bäume oder Mauern im echten Gelände zu sehen. |
| Attribuierung | Das Zuweisen von Informationen an ein 3D-Objekt. Ein Kreis ist dann nicht mehr nur eine Linie, sondern enthält Daten wie: Acer platanoides, Stammumfang 18-20, Pflanzsubstrat Typ 2. |
| Audit | Eine systematische Bestandsaufnahme Ihrer aktuellen Arbeitsweise, um Potenziale und technische Lücken für den BIM-Einstieg zu finden. |
| BAP | BIM-Abwicklungsplan. Das „Regelbuch“ für ein Projekt. Hier wird festgelegt, wer wann welche Daten liefert und welche Software-Schnittstellen genutzt werden. |
| BCF | BIM Collaboration Format. Ein „digitaler Notizzettel“ für die Kommunikation. Statt E-Mails schickt man BCF-Dateien, die direkt an die fehlerhafte Stelle im 3D-Modell springen. |
| CDE | Common Data Environment. Eine zentrale Online-Plattform (Projektserver), auf der alle Fachplaner ihre Modelle hochladen und koordinieren (z. B. BIMcollab, ACC oder Dalux). |
| Datenmapping | Die Übersetzung Ihrer internen Datenstruktur in den Standard des Empfängers (z. B. für den IFC-Export), damit die Informationen beim Architekten an der richtigen Stelle ankommen. |
| DGM | Digitales Geländemodell. Die digitale Abbildung der Geländeoberfläche. Essentiell für Erdmassenberechnungen und die korrekte Höhenlage von Wegen und Mauern. |
| IFC | Industry Foundation Classes. Das „PDF für BIM“. Ein herstellerneutrales Dateiformat, mit dem Sie Ihr Modell aus Vectorworks/Revit an andere Fachplaner übergeben können. |
| LOD (100–500) | Level of Development. Der Reifegrad eines Modells. LOD 100 ist eine grobe Massenstudie (Vorentwurf), LOD 500 ist das fertig gebaute Objekt inklusive Wartungsdaten (As-Built). |
| Mengenermittlung (QTO) | Quantity Take-Off. Die automatisierte Entnahme von Mengen (Quadratmeter Belag, Anzahl Pflanzen) direkt aus dem 3D-Modell für das Leistungsverzeichnis (AVA). |
| OpenBIM | Ein softwareunabhängiger Arbeitsansatz. Es ermöglicht die Zusammenarbeit verschiedener Fachplaner, egal ob sie mit unterschiedlichen Programmen arbeiten. |
| Planableitung | Das automatische Erzeugen von 2D-Plänen (Grundrisse, Schnitte) aus dem 3D-Modell. Änderungen im Modell aktualisieren so automatisch alle Pläne. |
| VR (Virtual Reality) | Virtuelle Realität. Das vollständige Eintauchen in den Entwurf mittels VR-Brille. Perfekt, um Bauherren Raumkanten und Sichtachsen erlebbar zu machen. |
